Vorhergehendes Kapitel / Erstes Kapitel / Nächstes KapitelFive Dragons: DLvP: Kapitel 4: Die grosse StadtIn einer zwielichtigen Schenke mit dem Namen Letzter Reiter, sass ein grosser, glatzköpfiger Mann am Tresen. „Gib mir noch einen!“, sprach Larzarus fordernd zu dem Barkeeper. „Ich glaube, du hast langsam genug“, gab dieser trocken von sich und sah den Mann ernst an. „Glauben kannst du in der Kathedrale, jetzt GIB MIR NOCH EINEN!“, brüllte der Grosse und schlug mit der Hand, in der er sein leeres Getränk hielt, kräftig auf den Holztresen nieder. Das Glas zerbrach bei dem wuchtigen Aufschlag zwischen seinen Fingern. „Und ein neues Glas will ich auch“, ergänzte er nüchtern und wischte die Scherben beiseite.
Der Barmann atmete entrüstet aus und schob ihm widerwillig ein weiteres, gefülltes Glas zu. „Die Flasche kannst du auch gleich da lassen“, sagte er und schaute den Keeper erneut ernst an. „Hab ich genuschelt? LOS HER DAMIT!“ Der Mann stellte die Flasche hin und wandte sich kopfschüttelnd von ihm ab.
„Wer hat dir denn ans Bein gepisst, mein Hübscher?“, fragte eine verführerisch gekleidete Dame hinter ihm. Sie trug ein rotes, bauchfreies Kleid, mit einem langen Einschnitt im dazu enden Rock. Die hohen Absätze ihrer Schuhe klopften in einem langsamen Takt über den Boden. Die Frau setzte sich auf den Hocker neben dem Glatzkopf und verschränkte anzüglich ihre freien Beine übereinander.
Der Mann schaute einmal in sein Glas und leerte es mit einem Schluck. „Was willst du?“, fragte er sie zornig und schenkte sich erneut ein. „Ist das eine Fangfrage, mein Grosser?“, sprach sie zu ihm mit einem verstohlenen Augenzwinkern und legte ihm dabei eine Hand auf die Schulter. „In der Regel wollen alle immer etwas von mir“, fuhr die Frau flüsternd fort.
„Du bist doch wohl kaum hier, um Gläser zu zerschlagen, oder?“ Sie strich ihm mit dem Finger langsam über seine Wange. Mit einer blitzschnellen Bewegung packte er ihren Arm und zog ihn ruckartig aus seinem Gesicht. „Du kannst es wohl kaum erwarten, mich zu berühren!“, gab die Dame überrascht von sich und blickte ihn verführerisch an. „Ich bin nicht deswegen hergekommen!“, gab der Mann zornig von sich. Die Freudendame verwarf genervt beide Hände und stand auf. „Ach, immer dasselbe mit euch Typen vom Orden!“ „Ich gehöre nicht zum Orden!“, fuhr er scharf dazwischen. Larzarus schloss kurz die Augen, um Luft zu holen. „Nicht mehr, jedenfalls“, ergänzte er anschliessend. „Ach wirklich?“, hakte die Frau nach, stemmte beide Hände in die Hüften und deutete auf das Gesicht des grossen Kerls. „Und dieses hübsche Bild auf deiner Backe ist wohl so etwas wie ein Muttermal. Huh?“, argumentierte sie leicht wütend.
Der Mann blickte nachdenklich in sein leeres Glas. „Es gab mal eine Zeit, in der es von Bedeutung für mich war.“ Ein kaum erkennbarer, violetter Schimmer glänzte für einen Sekundenbruchteil in seinen Augen auf und er richtete sich leicht auf. Er griff nach der Flasche und schenkte sich erneut ein. „Aber das liegt alles hinter mir.“ Larzarus setzte das Glas am Mund an und leerte es in einem Schluck.
„So!“, gab er laut von sich, während er das leere Glas geräuschvoll auf den Tresen stellte. „Ist Katarina im Haus?“, wollte er wissen. „Leider nein, mein Hübscher“, gab sie mit einem gefälschten traurigen Unterton als Antwort. „Der liebe Stadtrat hat sie letzten Monat aufgeknüpft.“ „Wollte sie ihm keinen blasen oder was?“, fragte Larzarus amüsiert. „Das iert eben, wenn man den mächtigen Leuten die Meinung geigt“, antwortete die Frau gelassen. „Ausserdem hat sie ihm vor dem Ratssaal auf die Füsse gepisst, und das während einer Versammlung. Du kannst dir den Tumult also sicherlich vorstellen.“ Ein kurzes Lächeln zeigte sich auf den Lippen des Mannes, bevor sich seine Miene wieder verfinsterte.
„Sie ist also nicht verfügbar“, begann er. „Nein“, erwiderte sie mit einem langsamen Kopfschwenken, während sie ihn verstohlen ansah. „Du wirst dich wohl oder übel mit der kleinen Lizbeth vergnügen müssen“, ergänzte sie mit einem Augenzwinkern. „Dann reden wir zwei eben über das Geschäftliche“, sprach er und warf der Frau einen fordernden Blick zu. Lizbeth setzte sich wieder auf den Hocker und verschränkte anzüglich ihre Arme unter ihren Brüsten. „Das klingt doch schon eher nach meinem Geschmack.“ Sie lehnte sich etwas nach vorne und sah ihn verführerisch an, was einen tiefen Einblick in ihren offenen Ausschnitt freigab. „Was also kann ich nun für dich tun, mein Grosser?“, fragte sie ihn mit einem weiteren kleinen Augenzwinkern.
„Ich brauche Informationen. Und ich hab gehört, dass dieses Lokal ein gewisses Talent für das Beschaffen solcher Dinge hat“, erzählte Larzarus und blickte ihr energisch in die Augen. Die Frau erwiderte den Blick mit einem kleinen Lächeln. „Da hast du richtig gehört“, gab sie als Antwort, während sie aufstand und hinter dem Mann stehen blieb. Sie legte ihm beide Hände auf die Schultern und brachte ihren Mund an sein Ohr heran. „Ich bin jedoch nur der Kopf des Systems, der Ruhm gehört meinen Mädchen“, flüsterte sie ihm zu.
Lizbeth setzte sich auf den Hocker zu der rechten Seite des Mannes. „Und welcher Art von Information bedarf es unserem grossen Gast hier?“, fragte sie ihn, als sie ihm einen weiteren verführerischen Blick zuwarf. Der Mann schüttelte einmal den Kopf. „Ich suche eine Person: junger Bursche, ungefähr 14 Jahre alt, kurze dunkelbraune Haare.“ Er sah die Dame fragend an und zog eine Augenbraue hoch. Die Frau wedelte einige Male herablassend mit der Hand. „Nette Beschreibung! Das trifft ja beinahe auf jedes dritte Bürschchen zu, das über die Strassen schlendert.“ Sie machte mit ihren Fingern eine zu sich winkende Geste. „Wenn ich dir helfen soll, diesen Jungen zu finden, brauche ich schon mehr als das“, gab sie etwas genervt von sich. Larzarus starrte sie einen Augenblick ernst an. „Er soll auf den Namen Roland hören und war zuletzt auf der Strasse über den Grauen unterwegs. Ausserdem hat er eine auffällige Verletzung am rechten Unterschenkel.“
Ihre Augen weiteten sich für den Bruchteil einer Sekunde, kurz darauf war ihr charmantes Gesicht wieder zu sehen. Die Frau tätschelte dem Mann lobend auf die Glatze. „Nun kommen wir der Sache schon näher.“ „Kriegen das deine Weiber auf die Reihe?“, fragte er sie fordernd. Lizbeth sah ihn erzürnt an. „Wir sind vielleicht Huren, aber bitte beleidige uns nicht!“, gab sie bestimmend von sich und schlug ihm leicht mit der Hand auf den Hinterkopf. Anschliessend stand sie auf und ging einige Schritte von dem Mann weg. Sie blieb dann aber stehen und wandte sich ihm erneut zu. „Ach übrigens, mit was beabsichtigst du diesen Dienst zu begleichen?“ Mit den Händen unter ihren Brüsten verschränkt, warf sie ihm einen fragenden Blick zu.
Larzarus atmete einmal stark aus, bevor er ruckartig aufstand. Der Hocker fiel dabei nach hinten um. Mit einer schnellen Bewegung packte er die Frau am Hals und wuchtete sie gegen die Wand. Liz sah geschockt in die tiefroten Augen des Mannes, spürte dessen festen Griff unter ihrem Kiefer. Die rote Färbung verwandelte sich in einen violetten Schimmer und ein dunkler Schatten lag in seinem Gesicht.
„Betrachten wir es als Verlängerung deines erbärmlichen Lebens“, gab er keuchend mit verzerrter Stimme von sich und schaute ihr drohend in die angsterfüllten Augen. „Was bist du!?“, gab sie erschrocken von sich. „Haben wir eine Abmachung?“, wollte die finstere Stimme wissen. Liz atmete schwer ein und aus, spürte seine kalte Hand am Hals und konnte nur ein stummes Nicken von sich geben.
Der Mann sah sie mit diesem violetten Leuchten in den Augen solange an, bis das Rot seiner Pupillen wieder zum Vorschein kam. Die wütende Mimik in seinem Gesicht verrauchte gleichzeitig mit dem Funkeln in seinem Blick und er lockerte seinen Griff. Er liess die Frau auf den Boden fallen und ging mit breiten Schritten zur Tür. Im Türrahmen blieb er stehen und drehte seinen Kopf zur Seite. „Ich komme wieder. Sieh zu, dass du bis dahin etwas Brauchbares hast.“ Larzarus wandte seinen Blick wieder nach vorne und ging nach draussen.
Liz blieb hustend am Boden, bis ihr der Barkeeper aufhalf. Sie setzte sich auf einen Hocker am Tresen und rieb sich mit einer Hand am Hals. „Johan, schicke Nachrichten an die Bordelle in Parem. Es gibt Arbeit für die Mädchen.“ Sie schenkte sich einen Drink in das benutzte Glas auf dem Tresen ein und zog sich den Inhalt in einem Rutsch herunter. „Und sorg gefälligst dafür, dass Patricia hier antanzt!“, brüllte sie dem Barmann hinterher und warf das Glas mit der Flasche an die Wand. „Und danach machst du hier sauber!“
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Ein friedlicher Morgen brach in Parem über Ironwing an. Die Sonne verdrängte schnell die wenigen Wolken am Himmel, als sie sich langsam über den Horizont hob. Der wärmende Schein fiel durch die Fenster auf einen roten Teppich. Im Bett daneben wälzte sich Roland verkrampf hin und her.
Schreckhaft kam er zu sich. Er atmete heftig und wischte sich hektisch den Schweiss von der Stirn. Roland, NEIN!, hallte ein Echo durch seine Gedanken, während er schwer atmete. Kyndle lag neben ihm auf der Decke und war ebenfalls wach. Er sah sie mit feuchtem Blick an und schluchzte laut. Das Weibchen stand auf und machte einige Schritte auf Roland zu. Sie rieb ihren Kopf an seinem und kuschelte sich eng an seine Seite. Der Nestling begann, leise zu schnurren, als sie ihn berührte. Roland schloss die Augen und nahm die Drachin in die Arme. „Danke“, flüsterte er ihr zu und hielt ihr eine Hand an die Wange. Kyndle zog ihren Kopf etwas zurück und stupste mit ihrer Nase an Rolands. Anschliessend gab sie ein sanftes „Churr“ von sich, während sie ihn mit ihren blauen Augen ansah, in welchen er ein auffälliges Türkisfunkeln erspähte. Es fühlte sich immer wieder seltsam an, wenn sie ihn so ansah. Nicht unangenehm, aber trotzdem seltsam.
Roland warf die Decke zurück, um aufzustehen. Lange sah er den Verband an seinem rechten Bein an. Heute werde ich einen Sorati sehen, einen Menschendrachen, dachte er etwas skeptisch vor sich hin. Kyndle schnaubte ihn einmal stark an und machte mit geschlossenen Augen eine nickende Kopfbewegung.
Roland stülpte sich gerade ein Hosenbein über den steifen Verband, als sich die Tür öffnete. „Guten Morgen ihr beiden“, kam es von Daniel mit einem Lächeln im Gesicht, während er in das Zimmer eintrat. „Morgen“, entgegnete Roland etwas schläfrig. „Ich bin gekommen, um euch für das Frühstück abzuholen“, sprach Daniel weiter und reichte ihm ein sauberes Hemd. „Ihr habt heute einen vollen Terminplan.“ Einen ausgestreckten Zeigefinger gehoben, schritt er zur Tür. „Zuerst werden wir den Sorati einen Besuch abstatten. Aber das wisst ihr bereits. Später können wir uns sicher noch ein wenig die Stadt ansehen.“ Daniel machte eine kurze Pause und drehte sich zu Roland um. „Und im Anschluss werden wir noch bei Barnabas Farm vorbeischauen.“ Eine Farm?, dachte sich Roland verwundert, als er gerade aufstand. „Was für eine Farm?“, fragte er Daniel. „Sagt bloss, ihr habt noch nie von Barnabas Drachenfarm gehört?“, hakte dieser verwundert nach. „Nun, dann wird es heute sicherlich ein spannender Tag.“
Roland hob überrascht die Augenbrauen. Eine Drachenfarm?, wiederholte er es in Gedanken einige Male, bis ihn Daniel unterbrach. „Kommt“, sprach er. „Die anderen warten bereits auf uns.“ Er winkte den Jungen zu sich und deutete in den langen Flur nach draussen. Roland nickte ihm wortlos zu und schaute anschliessend zu Kyndle. Er machte eine seitliche Geste mit seinem Kopf und schloss dabei die Augen einmal. Die Drachin hüpfte elegant von dem Bett herunter und folgte Roland aus dem Zimmer.
Daniel war bereits voraus gegangen und wartete an der Treppe. Kyndle schritt eilig voraus, Roland folgte ihr schweigsam. Gedankenverloren hinkte er langsam durch den behangenen Flur. Den Kopf nachdenklich vorgebeugt, marschierte er an dem Bild mit seiner Mutter vorbei, ohne es anzusehen. Roland war tief in seinen Gedanken versunken. Kyndle blieb mitten im Gang stehen und hielt ihren Kopf zur Seite. Sie blickte ihn mit einem Auge an und gab ein leises „Meep“ von sich, während sie ihre Zunge aus dem Maul streckte.
Roland kam zu sich und schmunzelte sie an. „Mir geht es gut. Bin unterwegs“, versicherte er ihr und beschleunigte seine etwas zittrigen Schritte. Als er an ihr vorbeiging strich er ihr einmal mit der Hand über den Kopf. Sie blickte ihm hinterher und gurrte zufrieden vor sich hin. Die Drachin machte einen kleinen Sprung nach vorne und stolzierte ihm fröhlich nach.
Im unteren Bereich, an der Tür zum Esszimmer angekommen sah Roland fragend zu Daniel. „Weshalb müssen wir auf eine Drachenfarm?“ Daniel blickte ihn gelassen an. „Lady Catherine würde gerne mehr über euren Drachen erfahren“, sprach er, als er die Tür öffnete. „Ihr doch sicherlich auch, oder? Und Barnabas ist für dieses Thema einer der Besten“, ergänzte er, während er in das Zimmer eintrat.
Roland kam ebenfalls in den Raum, wo er sogleich von Catherine begrüsst wurde. „Hallo Roland“, begann sie, als sie ihn mit einem Lächeln ansah. „Komm, setz dich.“ Sie winkte ihn zu dem Stuhl an ihrer linken Seite. „Guten Morgen“, kam es von Roland, als er sich auf den offerierten Platz setzte. Er sah Catherine fragend an. „Wirst du heute mitkommen?“ „Nein. Leider nicht“, sagte sie mit leicht enttäuschtem Unterton. „Ich werde anderweitig gebraucht, weshalb dich Daniel und Timmy begleiten werden.“ Timmy!, widerholte es sich in Rolands Gedanken. Vielleicht ergibt sich endlich die Gelegenheit nach dessen Reaktion auf Kyndle zu fragen, dachte er sich.
Nach dem etwas wortkargen Frühstück ging die kleine Gruppe nach draussen. Vor dem Vordereingang des Anwesens warteten Daniel, Roland und Kyndle am Aufgang der Stufen, wo Timmy mit dem offenen Pferdewagen vorfahren sollte. Daniel klapperte gestresst mit einem Fuss auf dem Boden, während er immer wieder in Richtung des Wagenschuppens blickte. „Wo bleibt der denn schon wieder so lange?“, murmelte er vor sich hin.
Nach einigen Minuten des mühseligen Wartens kam schliesslich Timothy mit dem Wagen um die Ecke gefahren. Die beiden vorgespannten Pferde zogen mit einem sehr gemütlichen Schritttempo an. Timmy sass auf dem Fahrerplatz und lehnte sich mit einem Arm lässig über die Rückenlehne. Die Zügel hielt er dabei nur in einer Hand und pfiff eine Melodie vor sich hin, die keinen erkennbaren Rhythmus hatte.
Er hielt vor Roland, Kyndle und dem sichtlich genervten Daniel an und winkte der Gruppe mit einem Finger von der Stirn weg zu. Roland blickte fragend zu Daniel, der sich kopfschüttelnd mit einer Hand an der Stirn rieb.
Kyndle wollte gerade auf den Wagen hüpfen, als Loretta aus dem Haus gestürmt kam. „Einen Moment noch! Ihr habt etwas vergessen!“, rief sie winkend mit einem grösseren Tuch in der Hand. Roland zog beide Augenbrauen hoch, als sie ihm den Stoff in die Arme legte. „Warum soll ich das anziehen und wofür soll das denn gut sein?“, fragte er sie skeptisch. Die Magd klopfte ihm einmal mit der flachen Hand auf den Kopf. „Nicht für dich! Für deinen Drachen“, gab sie von sich und zog ihm das Tuch wieder aus seinen Händen.
Das Dienstmädchen schritt zu Kyndle und wollte ihr den grünen Umhang umbinden, doch die Drachin schaute sie aggressiv an und knurrte leise. Loretta schreckte darauf zurück. „Ähm, mach du das am besten. Ich hab noch was in der Küche zu tun“, stammelte sie und warf Roland den Stoff ins Gesicht, bevor sie mit schnellen Schritten wieder im Haus verschwand.
Der Junge hielt sich das Tuch vor. „Wozu soll das denn jetzt…?“, er brach ab, als er das Symbol auf dem Stoff sah. „Das Wappenkreuz der Familie Daventry“, sprach Daniel und klopfte ihm einmal auf die Schulter. Roland wachte aus den Gedanken auf und sah fragend zu ihm. „Weshalb soll Kyndle das tragen?“
Daniel holte kurz Luft. „Damit die Leute in der Stadt sie als….“ In Gedanken versuchte er die richtigen Worte zu finden. „Nun, sagen wir mal als friedlichen Drachen erkennen, und nicht versehentlich mit einem wilden Drachen oder gar einem Wissenden verwechseln.“ Der Junge sah den Mann mit einem verwirrten Blick an. „Wilde Drachen? In der Stadt?“, hakte er skeptisch nach.
Timmy unterbrach sein unrhythmisches Pfeifen und drehte langsam seinen Kopf zu den Beiden. „Manchmal ja, manchmal nein“, gab er von sich und grinste Roland breit an, während er seinen Kopf leicht hin und her schaukelte. Daniel atmete entrüstet aus. „Er will sagen, dass es vorkommen kann, dass sich ein wilder Drache in die Stadt verirrt.“ Er machte eine Geste zu dem Stoff. „Deswegen wird domestizierten Drachen ein markiertes Tuch umgebunden.“ Er schaute zu Kyndle. „Die Zeichen auf dem jeweiligen Umhang geben an, zu welcher Familie der Drache gehört und welche Funktion er oder sie erfüllt. Doch seid unbesorgt, seit den Jägerkriegen wurde kein wilder Drache oder Wissender mehr in Parem gesehen.“
Roland schritt auf Kyndle zu und sah ihr in die Augen. Er hielt ihr den Stoff entgegen und beobachtete ihre Reaktion. Die Drachin schnupperte einige Male neugierig an dem Tuch und schüttelte dann darauf den Kopf. „Ich werde dir das jetzt umbinden. Alles klar?“, sagte der Junge zuversichtlich zu ihr. „Damit alle wissen, dass du zu mir gehörst.“ Kyndle sah ihn etwas unschlüssig an, streckte dann aber doch zögerlich ihren Kopf nach oben. Roland lächelte sie an, als er ihr den grünen Stoff umband.
Das Tuch hing von ihrem Hals abwärts über die Brust. Das Familienwappen war gut erkennbar. Kyndle schüttelte sich ein wenig und sah an sich herunter auf das Wappen. Das neue Kleidungsstück schien ihr wenig zu gefallen, was sie mit einem eher klagenden „Meep“ bestätigte. Sie reckte ihren Hals in alle Richtungen, als würde der Stoff aufs ärgerlichste jucken. Roland schmunzelte sie dabei an. „Kyndle“, begann er. Sie schaute ihm leicht verärgert in die Augen. „Du siehst hübsch aus“, sagte er ihr mit einem warmen Blick. Mit diesem Satz war ihre Abneigung so schnell verpufft wie ein Tropfen Wasser auf einer heissen Platte. Sie stellte ihre Ohren hoch und in ihren Augen blitzte kurz ein Türkisschimmer hervor, bevor sie sie gurrend schloss. Die Drachin stupste ihrem Begleiter mit ihrer Nase an seine und leckte ihm zutraulich über die Wange. Ein fröhliches „Chirp“ rundete die Geste ab.
Roland nahm das Weibchen in den Arm und hielt sie einige Momente fest, bevor er von Tim unterbrochen wurde. „Ich störe ja nur ungern, aber müssen wir nicht irgendwo hin?“ Timmy sah Roland mit ernster Miene an, als er aber mit ihm Blickkontakt hatte, fing er an zu grinsen.
Daniel kratzte sich am Hinterkopf. „Ich sage es auch nur ungern, aber er hat Recht.“ Er sah leicht gestresst zu Roland und seiner Drachin. „Die Sorati lässt man nicht warten. Wir dürfen also nicht noch mehr trödeln, als wir es bis jetzt schon getan haben“, fuhr er fort, während sein verärgerter Blick zu Timmy wanderte.
Roland kletterte mit Daniels Hilfe auf den Wagen, während sich Kyndle mit einem eleganten Sprung auf die Rückbank beförderte. Er setzte sich neben sie und gespannt warteten beide auf die Abfahrt. „Also gut. Los geht’s!“, kam es von Daniel, der neben Timmy Platz nahm. Doch es ierte nichts. Leicht wütend sah er zu Tim herüber. Dieser schaute nach oben zum Himmel und kratzte sich dabei ausgiebig am Hals. „Ich sagte, also gut! LOS GEHT’S!“, brüllte er. Nach einer kurzen Wartezeit blickte Tim in Daniels Gesicht. „Und? Kann es losgehen?“, fragte er ihn gelassen. Dieser atmete einmal stark aus und liess sein Gesicht nach vorne in seine Hand sinken. Tim zog eine Augenbraue hoch. „Ähm, ja oder nein? Und übrigens hast du wieder diesen Blick“, gab er von sich, während er sich aufrecht auf den Fahrerplatz setzte.
„Ja! Zum dritten Mal!“, meckerte Daniel. „Und was für einen Blick meinst du eigentlich?“, hakte er genervt nach. Timmy hielt ihm einen Zeigefinger direkt ins Gesicht. „Genau den Blick hier“, fügte er an. Roland und Kyndle sassen auf der Rückbank und sahen sich fragend an, während die anderen Beiden weiter diskutierten. Er zuckte mit den Achseln und sie schüttelte schnaubend den Kopf.
Nach der kurzen Meinungsverschiedenheit setzte sich das Gefährt endlich in Bewegung. Der Wagen ierte das bewachte Tor und bog in die Einfahrt ein. Roland sah kurz zurück zu dem Anwesen, wandte seinen Blick dann aber wieder nach vorne zu der Strasse in Richtung Stronos.
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Der Wind blies stark über die Turmspitzen des Schlosses Drakensang und liess die Flaggen an den hohen Masten knattern. Stolz thronte die Festung über Stronos.
In der langen Halle des Thronsaales klang das laute Scheppern von gepanzerten Schuhen von den Wänden. Der König sass auf dem grossen Marmorstuhl und betrachtete gespannt den Mann, der eilig auf ihn zuschritt. Der in Blau gekleidete Herr blieb vor den Stufen des Thrones stehen und verbeugte sich demütig. „Mein König“, berichtete er, bevor er sich wieder erhob. „Eine dringende Nachricht von den Priestern der Fünf.“ Des Königs Blick weitete sich und dessen gelbgrüne Augen stachen unter den buschigen Augenbrauen hervor. „Und was für eine Nachricht überbringt ihr, Mardon?“, fragte er seinen Untergebenen. Der Mann hob den Kopf und sah seinen Herren ernst an. „Sie sagen, dass sich das nächste Zeichen gezeigt hat. Einer der Gefährten soll in Erscheinung getreten sein.“
Der Wind nahm zu und ein starker Luftstoss riss die Fenster hinter dem Thron auf. Beide sahen sich einen Moment schweigend an. Der König griff sich mit der Hand an sein Kinn. „Einer der Gefährten sagt ihr?“ Mardon nickte überzeugt. „Ja mein Herr. Wie in der Prophezeiung der Alten.“
„Und wie kommen die Priester zu diese Annahme?“, hakte der König nach, während er von dem weissen Stuhl aufstand. Der Mann wandte seinen Blick kurz auf den Boden, stellte dann aber wieder mit seinem Vorgesetzten den Sichtkontakt her. „Die Statue von Kyleth im Tempel der Fünf zeigt ihr schimmerndes Symbol.“ Mardon griff in seine Manteltasche und zog ein gefaltetes Stück Papier heraus, welches er dem König übergab.
„Und die Anderen?“, fragte der König mit Nachdruck. „Keine anderen Anzeichen“, antwortete Mardon und senkte seinen Blick. Der Herrscher öffnete das gefaltete Papier. Er hob die Augenbrauen in Erstaunen beim Anblick des gezeichneten Symbols. „Weiss das Haus Daventry bereits davon?“ „Das kann ich nicht sagen. Ich werde deshalb mit Spark so schnell es mir möglich ist nach Ironwing reisen, um dies in Erfahrung zu bringen“, fügte Mardon hinzu.
„Ja tut das“, sprach der König, setzte sich wieder hin und hielt Mardon eine Hand entgegen. „Doch vorher werdet ihr noch in die Stadt gehen.“ „Weswegen in die Stadt?“, wollte dieser wissen. „Gerüchten zufolge sollen sich seit Kurzem abtrünnige vom Jägerorden im Unterviertel und dem Umbraviertel aufhalten.“ Der Mann griff reflexartig an sein Schwert und sah seinen Herren leicht verwirrt an. „Die Drachenjäger? Was wollen die hier in Parem?“ Der König blickte ihn direkt an. „Ich gebe nicht viel auf Gerüchte. Wir sollten sie aber dennoch nicht ausser Acht lassen. Falls sie zutreffen sollten, müssen sie gefunden werden.“ Ernst sah der Herrscher ihn an und schloss seine Hand fest um die weisse Drachenklaue, welche um seinen Hals hing. „Ich dulde dieses Pack in meiner Stadt nicht!“ Der König winkte Mardon mit einer Hand von sich weg. „Nun geh“, beendete er die Unterhaltung und hielt sich nachdenklich die Hand vor den Mund.
Der Kämpfer verbeugte sich vor seinem Herrn und schritt dann eilig zum Tor. Der Mann mit der Krone hielt sich das Stück Papier vor. „Einer der Gefährten also“, murmelte er vor sich hin.
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Inzwischen auf der Hauptstrasse…
„Dort ist sie!“, rief Daniel nach hinten. „Stronos! Die grosse Stadt von Parem.“ Roland stand auf, hielt sich mit beiden Händen an der Rückbank der vorderen Sitze fest und blickte über Daniels Schultern auf die grosse Stadt vor ihnen.
Weisse Stadtmauern umrandeten die zahlreichen Hausdächer. Die blauen Ziegel liessen die Stadt aus der Ferne wie einen See erscheinen. Die silbernen Dachrinnen schimmerten im Sonnenlicht, was das Trugbild noch zusätzlich verschönerte. Wie verzaubert betrachtete er die prächtige Stadt, wie sie sich um ein stolzes Schloss schlang.
„t auf, dass ihr keine Fliege verschluckt!“, rief Daniel zu Roland, der seinen Mund vor Staunen nicht mehr zu bekam. „Ist wohl das erste Mal, dass ihr diese Stadt zu Gesicht bekommt?“ Roland antwortete nicht. Er nickte nur einmal mit offenem Mund und blickte weiterhin auf die weisse Stadt.
„Da sind ja Drachen!“, kam es laut von dem Jungen. Kyndle stand bei dieser Bemerkung ebenfalls auf und musterte neugierig den Himmel über der Stadt. Nicht nur Drachen, sondern auch Greife flogen vereinzelt über der Stadt und suchten ihren Weg in die Lüfte, oder einen geeigneten Landeplatz. „Ja, die Drachen sind ein fester Bestandteil der Stadt“, begann Daniel, zu erzählen. Roland hörte ihm gespannt zu. Kyndle blickte weiterhin in den Himmel und beobachtete aufmerksam ihre Artgenossen. „Der König von Stronos ist ein grosser Sympathisant der Drachen, genau wie dessen Vater vor ihm. Die Armee sowie viele Adelsfamilien haben domestizierte Drachen und Greife in ihren Diensten. Früher gab es im Schloss sogar eine Wissende“, fuhr Daniel fort. „Das hast du schon einmal erwähnt. Was sind denn Wissende?“, hakte Roland neugierig nach.
Daniel holte einmal Luft. „Wie erkläre ich das jetzt am besten?“, murmelte er vor sich hin. „Drachen gelten in einigen wenigen Gesellschaften leider immer noch oft als Tiere, was sich seit den Jägerkriegen wieder etwas mehr verbreitet hat. Doch sind Drachen viel mehr als das. Jeder einzelne, egal welche Art oder Geschlecht, ist intelligent und zu logischem Denken fähig. Oftmals besser als diejenigen, die sie nur für schlauere Tiere halten. Sie werden von den anderen Völkern in unterschiedliche Klassen eingeteilt: Die wilden Drachen ziehen es vor, in der Wildnis fernab von bewohnten Gebieten zu leben. Die domestizierten Drachen haben sich für das Leben unter den anderen Völkern entschieden, oder sind in dessen Gesellschaft aufgewachsen. Und als Wissende werden diejenigen bezeichnet, welche eine höhere Stellung unter den Drachen einnehmen. Vergleichbar mit einem Lord oder König. Die Drachen selbst haben eigene Titel dafür, aber die Menschen nennen sie Wissende, da sie in der Lage sind zu sprechen und sich auch der Magie bedienen können. Doch die Jägerkriege änderten alles …“
Daniel schüttelte den Kopf. „Naja, soviel dazu. Drachen sind in der Hauptstadt also keine Seltenheit.“ Er drehte sich zu Roland um und blickte auf Kyndle. „Aber bei eurer Begleiterin ist es etwas Neues.“ „Kyndle? Warum bei ihr etwas Neues?“, fragte der Junge. „Sie ist doch auch ein Drache wie die anderen.“ „Ein Drache schon, aber ich habe noch keinen gesehen, der diese auffällige Schuppenfärbung hatte wie sie.“ Daniel wandte sich wieder der Strasse vor ihm zu. „Das wird bestimmt für etwas Aufregung sorgen.“
Roland sah die Drachin an, welche immer noch im Bann ihrer fliegenden Artgenossen war. Sie folgte jeder Bewegung am Himmel, dabei zuckten ihre Flügel leicht, als wäre sie am liebsten vom Wagen gesprungen und mitgeflogen. Er lächelte sie an und setzte sich wieder neben ihr auf den hinteren Platz. Anschliessend platzierte er eine Hand auf ihrem Kopf, was ihm ihre Aufmerksamkeit einbrachte. Sie blickte ihn mit offenen Augen an. Der Türkisrand um die Pupillen schimmerte kurz auf, bevor sie sie schloss und leise schnurrte. Bin gespannt, was uns alles in der Stadt noch erwartet, dachte er sich. Er sah das Weibchen mit einem warmen Lächeln an und strich ihr dabei langsam über den Kopf. Darauf gab sie ein langes und zufriedenes „Chirp“ als Antwort, während sie leise weiterschnurrte.
Das Gespann kam am grossen Tor der Hauptstadt an. Grosse Pflastersteine ebneten den Weg durch das hochgezogene Fallgitter. Die silbernen Brustpanzer der Gardisten blitzten im Sonnenlicht, welche auf den Mauern und den Strassen ihre Runden zogen. Die prunkvollen Rüstungen weckten in Roland ein So-etwas-will-ich-auch-haben-Gefühl. Die blauen Umhänge verliehen den Soldaten einen zusätzlichen, eleganten Bonus. Ein gepanzerter Greif stand ebenfalls neben dem Tor. Stolz blickte er mit gehobener Brust auf die vielen Leute, die ein und ausgingen. Auf dem blauen Ornament des Brustpanzers war das Abbild von zwei gekreuzten Schwertern zu sehen.
Das Gefährt setzte seinen Weg ins Stadtinnere fort. Die Strassen waren sehr belebt: Zahlreiche Bürger gingen ihren täglichen Tätigkeiten nach, Kinder spielten auf dem Bordstein Fangen und rannten kreuz und quer durch die Leute. Einige aber musterten das Gefährt genauer und tuschelten sogleich untereinander. Roland konnte allerdings nichts von dem Geflüster hören. Er wusste aber, dass es sicherlich etwas mit Kyndle zu tun hatte, da sich einige der Schaulustigen nicht scheuten, mit dem ausgestreckten Finger auf das Weibchen zu zeigen.
Diese Art der Zurschaustellung missfiel ihm sehr, er konnte aber kaum etwas dagegen tun. Etwas eingeschüchtert legte er seinen Arm um die Drachin und versuchte sie vor einigen der neugierigen Blicke zu schützen. Daniel wandte sich Roland zu. „Lasst euch davon nicht verunsichern“, sprach er gelassen zu ihm. „So ist es jedes Mal, wenn jemand oder etwas Neues in der Stadt ist.“ Tim begann, breit zu grinsen. „Oh, ja. Wie damals, als…“ Er hielt kurz inne. „Genau“, beendete er seine kurze Erzählung und blickte leer grinsend nach vorne.
Die Kutsche fuhr weiter ins Zentrum der Stadt. Ein riesiger Marktplatz zog sich um ein steinernes Abbild. Roland sah staunend auf die grosse Statue in der Mitte des grossen Platzes. Ein Drache aus Marmor zierte den weissen Sockel, auf dessen Rücken ein Reiter mit gezogenem Schwert und einer Krone auf dem Kopf sass. Klares Wasser lief aus fünf Kanälen, welche symmetrisch um die Statue angeordnet sind, und füllte ein breites Becken, das um den Sockel verlief.
Der Junge kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der ganze Platz war übersäht mit zahllosen Marktständen, die alles Mögliche feilboten. Das bunte Treiben der Stadtbevölkerung kam einem Ameisenstock gleich.
Der Wagen hielt in der Nähe des prachtvollen Brunnens an. „So da wären wir“, sprach Daniel und stand von seinem Platz auf. Er ging einige Schritte um die Kutsche herum und half Roland beim Abstieg. Timmy hüpfte gemütlich von seinem Fahrerplatz ab, band zunächst die Pferde an und schritt dann zwischen Roland und den Brunnen. Er drehte sich zu dem Jungen um und hielt beide Arme auseinander. „Willkommen in Stronos!“, gab er laut von sich, während er sich mit gehobenen Händen verneigte. Daniel stand kopfschüttelnd daneben und griff sich an die Stirn. Roland bekam das jedoch nicht mit, denn das bunte Treiben auf dem belebten Markt war um einiges interessanter.
Kyndle sprang elegant vom Wagen herunter und glitt mit ausgestreckten Flügeln an den Brunnen heran, wo sie sogleich einen grossen Schluck des klaren Wassers zu sich nahm. „Kyndle komm! Wir müssen hier lang“, rief Roland und winkte das Weibchen zu sich. Die Drachin unterbrach darauf ihre kleine Trinkpause und stolzierte fröhlich zu ihrem Begleiter, den sie mit einem aufgeweckten „Chirp“ begrüsste. „Hier durch!“, gab Daniel von sich. „Die Abtei der Sorati ist gleich hier drüben.“
Dies blieb nicht ungesehen. Einige düstere Gestalten hielten sich zwischen den Marktständen auf und beobachteten die kleine Gruppe genau. „Hey Karl“, sagte einer der vier Männer und stupste einen weiteren von ihnen an. „Was glaubst du, ist das für ne Art?“ Karl musterte darauf den Drachen etwas genauer. „Hübsche Farbe. Hab ich aber noch nie gesehen. Bringt sicher einiges auf dem Schwarzmarkt.“ Der Erste schaute die anderen Beiden an. „Ok, wir warten auf einen geeigneten Zeitpunkt, aber fürs Erste bleibt ihr an ihnen dran.“
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Oh da weiss doch glatt wo ich mich nachher wieder reinschmeisse o.o
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